Ausstellungen und mehr
ECHO
Erde. Erinnerung. Widerstand.
Eine künstlerische Intervention im Salzburger Freilichtmuseum, zu sehen vor dem Kraller im Pinzgau
Das Salzburger Freilichtmuseum widmet sich noch bis Saisonende am 11.11. unter dem Titel „AUFSTAND MACHEN!“ dem Bauernkrieg 1525-1526 und konzentriert sich dabei insbesondere darauf, Gegenwartsbezüge herzustellen. Der in Oberösterreich lebende Künstler Klaus Ludwig Kerstinger zeigt mit der Intervention „ECHO – Erde. Erinnerung. Widerstand.“ seinen Blick auf die Historie.
ECHO versteht das Freilichtmuseum Salzburg nicht als Ort der historischen Rekonstruktion, sondern als lebendigen Erinnerungsraum. Kerstinger begreift den Bauernkrieg nicht als abgeschlossenes historisches Ereignis, sondern als gesellschaftliche Erfahrung, deren Fragen bis heute nachwirken: Wem gehört der Boden? Wer bearbeitet ihn? Wer entscheidet über seine Nutzung? Und wie wird an jene erinnert, deren Leben unmittelbar mit ihm verbunden war?
Im Zentrum der Arbeit steht der Boden selbst. Er ist Lebensgrundlage, Speicher von Geschichte und Austragungsort gesellschaftlicher Konflikte. Die Installation verzichtet bewusst auf illustrative oder museale Darstellungen. Stattdessen arbeitet sie mit lebenden Materialien wie Erde, Holz, Steinen, Moosen sowie Pflanzen. Deren Wachstum, Veränderung und Vergänglichkeit machen den zeitlichen Prozess der Erinnerung sichtbar.
Die Künstlerische Intervention "ECHO" von Klaus Ludwig Kerstinger ist ab sofort im Salzburger Freilichtmuseum vor dem Kraller im Pinzgau zu sehen: Vor dem Bauernhaus liegt ein flaches Erinnerungsfeld, in dessen Oberfläche sich die Form eines Schädels abzeichnet. Dieses Motiv erscheint nicht als monumentales Symbol des Todes, sondern als Zeichen des Kreislaufs von Leben und Vergehen. Es erinnert an jene Menschen, die den Boden bearbeiteten, von ihm lebten und im Kampf um ihre Lebensgrundlagen ihr Leben verloren.
ECHO richtet den Blick nicht nur auf den Bauernkrieg, sondern auch auf das alltägliche Leben der Menschen dieser Zeit. In Häusern wie diesem wurde geboren und gestorben, gearbeitet und gegessen, gefeiert und getrauert. Der Boden war dabei Lebensgrundlage: Er wurde bearbeitet, brachte Nahrung hervor und bestimmte den Rhythmus des Lebens. So verbindet ECHO historische Erinnerung mit den grundlegenden Kreisläufen des Lebens; mit Werden, Wachsen und Vergehen.
Ein begleitendes GEH:spräch am 18. September im Salzburger Freilichtmuseum erweitert die Installation um eine diskursive Ebene rund um das Verhältnis von Stadt und Land.
AUFSTAND MACHEN!
Sonderausstellung zu 500 Jahren "Bauernkrieg" in Salzburg, 1525-1526:
Vor 500 Jahren erheben sich im Salzburger Land tausende Menschen gegen ihre Obrigkeit. Sie versammeln sich, stellen Forderungen, machen sich auf den Weg, werden aktiv – es kommt zu Gewalt, zum „Bauernkrieg“ in Salzburg.
Wie konnte es so weit kommen? Welche Umstände bewegen Menschen dazu, ein solches Risiko einzugehen? Warum Aufstand machen?
Und Sie? Wie tragen Sie Ihre Konflikte aus? Wofür stehen Sie auf?
Ausstellung in historischen Gebäuden
Entdecken Sie die Ausstellung in vier Gebäuden: im Taxbauer (PO1) und in der Schachen-Stallscheune sowie im Lärchen (PO8) und in der Premlehen-Stallscheune.
Unübersehbare Forderungen
In Kooperation mit dem Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde/Museo provinciale degli usi e costumi zeigen wir Ihnen Fahnen, die die historischen Forderungen sichtbar machen.
Die Sonderausstellung ist bis 11. November 2026 zu sehen.
In sechs Häusern werden durch Schattenspiele wahre Begebenheiten aus verschiedenen Jahrhunderten erzählt. Die Besucher tauchen tief in die Lebenswelt und den nicht immer einfachen Alltag der Menschen von damals ein. Schauplätze für die einzelnen Szenen sind im
Bamerhof (Pinzgau) | Geschichten von Menschen am Bamerhof
Abrahamhof (Lungau) | Geschichten von Menschen am Abrahamhof
Lärchenhof (Pongau) | Geschichten von Menschen am Lärchenhof
Bachhäusl (Pinzgau ) | Geschichten von Kleinhäuslern
Knotzingerhaus (Flachgau) | Die Idee der Raiffeisen
Waschhäusl (Flachgau, neben der Schmiede) | Geschichten aus dem Waschhaus
Die Ausstellung "Gaisbergbahn" in einer alte Lokremise der Tauernbahn erinnert an die Zahnradbahn, die von 1887 bis 1928 auf den Salzburger Hausberg dampfte. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Lok Nr. 1 und der Waggon Nr. 6, beides Originale, die das Technische Museum Wien als Leihgaben zur Verfügung gestellt hat.
2019/20 komplett überarbeitet und aktualisiert: Im Museumsbereich „Lungau“ ist in der Tenne des Abrahamhofes eine Dauerausstellung über den gleichnamigen Salzburger Landesteil eingerichtet. Auf 270 m² werden Geschichte, Geographie, Klima und Volkskultur dieses einstmals abgeschlossenen Salzburger Bezirkes präsentiert. Vorgestellt wird dabei u.a. auch der frühere Wanderberuf des Sauschneiders.
Im Krallerhof, einem mächtigen Bauernhof hinter dem Bahnhof „Flachgau“, wird eine Sammlung von 14 historischen Traktoren gezeigt. Die multimediale Schau informiert nicht nur über die technische Entwicklung in der Landwirtschaft, sondern macht auch einen Vergleich der einzelnen Motorenklänge möglich.
Die Ausstellung ist im 1. Stock des Taxbauern-Wohnhauses untergebracht. Neben einer original eingerichteten Knecht- und Einlegerkammer werden viele Facetten des Alltages dieser Berufsgruppe aufgegriffen. Hierarchie der Dienstboten, Arbeitszeit, Pflichten und Rechte, Kost und Unterkunft, Freizeit und Religiosität werden ebenso berücksichtigt wie das Ende des Dienstbotenwesens nach dem 2. Weltkrieg. Zahlreiche Exponate, Fotos zum Arbeitsjahr sowie Audiobereiche mit Zeitzeugenberichten vermitteln einen eindrucksvollen Überblick.
Die Ausstellung in der Tenne des Sillbauernhauses spannt einen Bogen zur Entwicklung des Pflugs, angefangen von der Jungsteinzeit bis zum Eisenpflug der Vorkriegszeit. Der Besucher kann dabei selbst Hand anlegen, um sich eine Vorstellung von dieser kraftaufwändigen Arbeit zu machen.
2019/20 komplett überarbeitet und aktualisiert: Die kleine Dauerausstellung zeigt eine schöne Übersicht historischer Mausefallen. Am gebräuchlichsten waren Klotzfallen, Würgefallen, Schlagfallen und Wasserfallen. Auch Lebendfallen (Korb- und Kastenfallen) wurden verwendet, sie dienten aber meist nur dazu, die gefangenen Mäuse anschließend zu ertränken. Holz- und Drahtfallen wurden früher in verschiedenen Regionen Mitteleuropas in Hausarbeit hergestellt und anschließend von Wanderhändlern zu den Kunden gebracht.
Im Bahnhofsgebäude „Flachgau“ ist eine kleine Ausstellung eingerichtet, die über die Geschichte ehemaliger Wald-, Feld-, Industrie- und Baustellenbahnen im Bundesland Salzburg informiert. Im gesamten Bundesland gab es – insbesondere in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts – zahlreiche schmalspurige Transportbahnen, die beim Torfstich, bei Flussregulierungen, auf Großbaustellen und in Industriebetrieben eingesetzt waren.
Im Obergeschoß des Mauthauses Guttal ist eine Dauerausstellung über die Großglockner Hochalpenstraße mit dem Titel „Auto halt! Straßenmaut!“ zu sehen. Die Ausstellung thematisiert u. a. die Geschichte des Straßenbaus, des Mautwesens und der Schneeräumung von Europas berühmtester Alpenstraße. In einem Autoradio sind verschiedene Zeitzeugenberichte über die Geschichte der Straße zu hören.
Im Sillbauernhaus wird die alte bäuerliche Welt akustisch wieder lebendig. In der Stube hört man u.a. das Prasseln des Ofenfeuers und das Rattern der alten Nähmaschine, aus dem Stall dringt das Muhen der Kühe und Kettenklirren, daneben sind auch Holzhacken, Sensewetzen und andere typische Geräusche zu hören.
Mittelpunkt der großzügig geplanten und landschaftlich schön gelegenen Anlage ist das mit Adneter Marmor gemauerte Kneippbecken. Das frische Bachwasser wird in einer historischen hölzernen Soleleitung zum Becken geleitet, wo es über einen mächtigen Quellstein ins Becken fließt. Zwei hölzerne Brunntröge dienen für die Armbäder, und mit einem Gießschlauch können verschiedene Güsse verabreicht werden. Angeboten wird außerdem ein Fußreflexzonen-Parcours. Teil der Anlage ist ein nach historischen Vorbildern errichteter Pavillon aus der Zeit um 1900. Hier werden die Besucher über Sebastian Kneipp und seinen Salzburg-Besuch sowie über den Beginn des Kneippwesens in Salzburg informiert.
Das Salzburger Freilichtmuseum beherbergt eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, die auch aus europäischer Sicht bemerkenswert ist. Besonders groß ist der Reichtum an Schmetterlingen und Wildblumen. Aushängeschild dieser Artenvielfalt ist der extrem seltene Eschen-Scheckenfalter. Seit 2002 gehören das Freilichtmuseum und seine Umgebung zum EU-weiten Netz der „Natura 2000-Gebiete“, das die Sicherung des europäischen Naturerbes zum Ziel hat. Um diese einzigartige Vielfalt aktiv zu erhalten, wird hier ein von der EU gefördertes LIFE-Natur-Projekt durchgeführt. Wichtiger Teil des Projektes war die Errichtung eines Schmetterlingserlebnisweges mit Aussichtsturm und Schau! Streuwiese, der den Besuchern den Naturschatz im Museum näher bringen soll.
Im Museum werden insgesamt zwölf Bauerngärten betreut, die bei vielen Besucherinnen und Besuchern auf großes Interesse stoßen. Die Bauerngärten dienten zur Versorgung der Bauernfamilie mit Gemüse, Salaten und Kräutern, aber auch Blumen waren in den Gärten zu finden. Die sehr aufwändige Gartenarbeit wird während der Museumssaison von drei Gärtnern verrichtet. Der Pflanzplan der einzelnen Bauerngärten richtet sich nach den ursprünglichen klimatischen und naturräumlichen Gegebenheiten. In den Bauerngärten der Flachgauer Hausgruppen wächst aufgrund der günstigeren klimatischen Bedingungen mehr als in den Gärten der Pongauer und Lungauer Hausgruppen. Manche Gärten sind eigenen Themen gewidmet: Ein Garten wurde als reiner Kräutergarten angelegt, in einem anderen werden ausschließlich Färbepflanzen gezogen. Auch die Zaunformen entsprechen entweder den geografischen oder zeitlichen Gegebenheiten: Zu sehen sind u.a. ein Hanichl-, ein Flecht- und ein Speltenzaun.
In der lichtdurchfluteten Eingangshalle können sich die Besucher anhand eines detailgetreuen Modells des Freilichtmuseums im Maßstab 1:200 orientieren. Neben den geografischen Gegebenheiten und den Gebäuden sind auch sämtliche Zäune, Brücken, Bildstöcke und andere Kleinbauten maßstabgetreu nachgebaut. Das Modell bietet den Besuchern einerseits einen eindrucksvollen Überblick über die 50 ha große Anlage, zum zweiten besteht auch die Möglichkeit, verschiedene Informationen wie Wegstrecken, Lage der einzelnen Höfe und Standort wichtiger Museumseinrichtungen abzufragen. Das Modell stammt aus dem Jahr 2003 und wird regelmäßig mit den Modellen neu hinzugekommener Bauten ergänzt und aktualisiert.