Flachs spinnen

Flachs spinnen

Der Fotograf Sepp Schafleitner (Rauberger Sepp, 1904–1975) hat – ausgestattet mit einem unglaublichen Blick für Motive – über Jahrzehnte das Leben in und rund um Zell am Moos dokumentiert. Auf diesem Foto hat er in den 1930er Jahren seine Mutter und seine Schwester und deren Kinder beim Flachspinnen fotografiert. 72 verschiedene Arbeitsschritte brauchte es angeblich, bis aus einer Flachspflanze Leinen wurde. Das Spinnen war einer davon. Bis vor dem 2. Weltkrieg hat man im Flachgau Flachs für den Eigenbedarf angebaut. Schafwolle und Flachs waren schließlich über Jahrhunderte die einzigen Fasern, um selbst Textilien herzustellen.

Genauso wie der größte Teil der Flachsbearbeitung Frauenarbeit war, war auch das Spinnen an den Abenden und im Winter Sache der Mädchen und Frauen. Oft kam man auch mit den Nachbarinnen zusammen und tauschte sich aus. Die meisten Frauen konnten blind spinnen, denn die Beleuchtung ließ vor der Elektrifizierung zu wünschen übrig. Gerade an den Winterabenden war ab 16 Uhr kaum noch etwas zu sehen. Das Weben des versponnenen Fadens zu Leinen war vielfach Männerarbeit, oder es kam ein Störweber, der von Haus zu Haus zog.

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