Sammlungen, Forschungen und Publikationen

Die Sammlung des Freilichtmuseums

Das Salzburger Freilichtmuseum sammelt und bewahrt Zeugnisse ländlicher Alltagskultur überwiegend vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre. Diese Zeugnisse dienen zu Forschungs- und Vermittlungszwecken.

Während die Museumshäuser die baugeschichtlichen Entwicklungen über einen Zeitraum von sechs Jahrhunderten dokumentieren, dienen die Einrichtungen der Häuser, Ställe und Scheunen der ganzheitlichen Darstellung ländlich-bäuerlicher Lebenswelten. Dazu wird das in den Museumsdepots aufbewahrte Inventargut eingesetzt. In den Häusern befindet sich nur ein kleienr Teil der gesamten Museumssammlung, die zurzeit mehr als 65.000 inventarisierte Objekt umfasst. Weitere 20 Prozent müssen erst inventarisiert werden. Alle Objekte sind – entsprechend ihrer Materialbeschaffenheit – in einem klimakontrollierten Depotgebäude, unter vier Flugdächern oder auf weiteren geeigneten Depotflächen untergebracht.

Dieser „andere Teil der Sammlung" – vom Andachtsbild über Geschirr, Möbel bis hin zu Handwerksgeräten, Pflügen oder Kutschen – entstand im Laufe der Jahrzehnte und wächst weiterhin durch Spenden bzw. Übernahmen, aber auch durch den gezielten Ankauf besonderer Stücke zur sinnvollen Ergänzung des Bestandes.

Alles, was in die Sammlung aufgenommen wird, wird genau erfasst, beschrieben, vermessen und fotografiert. In einer Datenbank lässt sich jedes einzelne Objekt anschließend mit Hilfe verschiedener Suchkriterien problemlos wiederfinden. Je genauer und ausführlicher die Dokumentation hinter einem Gegenstand, desto höher ist sein kulturhistorischer Wert anzusetzen.

Das gesamte Inventar, nicht nur das ausgestellte, hilft Erinnerungen zu bewahren, das Typische oder das Besondere eines bestimmten Zeitabschnittes aufzuzeigen, um so eine Annäherung an eine reale, aber vergangene Welt zu ermöglichen. Es wird in wechselnden Ausstellungen präsentiert, bei der Gestaltung der Gebäude herangezogen und bildet nicht zuletzt die Basis für wissenschaftliches Arbeiten.

Nicht alles, was „alt“ ist, kann auch gesammelt werden

Inventarangebote erreichen uns in der Regel per Telefon bzw. Email: „Wir räumen gerade den Dachboden … den Keller … die Garage … den Stadel.“ hören wir dann. Angeboten wird aus allen Bereichen ländlicher Alltagskultur.

Leider haben unsere Depots und Lagerflächen längst ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Gesammelt wurde für die Sammlung des Freilichtmuseums bereits vor dessen Eröffnung 1984. Daher muss die Zahl der Neuaufnahmen heute in engen Grenzen gehalten werden. Nur so können wir unserem Auftrag der sachgerechten Bearbeitung und konservatorisch angemessenen Aufbewahrung nachkommen. Auch wenn wir mit einer Ablehnung von angebotenen Gegenständen viele Anbieter vielleicht enttäuschen (in der Regel sind ja mit den Objekten persönliche Erinnerungen verbunden), müssen wir bei der Objektauswahl unseren im Sammlungskonzept festgehaltenen Kriterien folgen. Schließlich muss jeder Gegenstand auch fachgerecht für die Nachwelt aufbewahrt werden können.

Ebenso verhält es sich mit Dauerleihgaben. Diese nehmen wir grundsätzlich nicht mehr an, um unserer Verantwortung gegenüber dem Objekt voll und ganz gerecht werden zu können. Manchmal können wir einen Hinweis auf ein anderes Museum geben, das die von uns abgelehnten Objekte sichten kann. Wir versuchen so, Zeugnisse der Alltagskultur an anderer Stelle zu bewahren. Zu einer Vernichtung raten wir jedoch nicht. Verluste an historischer Sachkultur entstehen zwangsläufig, doch wollen wir dazu nicht beitragen.

Um den Wert eines Objektes für unsere Sammlung zu beurteilen, bitten wir bei der ersten Kontaktaufnahme um die Übermittlung aussagekräftiger Fotos und einiger Hintergrundinformationen, der Objektgeschichte. Im Vergleich mit bereits Vorhandenem, eventuell auch erst nach einer Begutachtung vor Ort, erfolgen dann Bewertung und Entscheidung.

Mit einem „Nein“ zum Angebot wollen wir nicht enttäuschen, bitten aber um Verständnis für unser Vorgehen. Wir freuen uns weiterhin über Ihre Aufmerksamkeit – würde niemand bei uns anrufen, würden wir auch keine Objekte erhalten!

Dokumentation und Forschung

Das Salzburger Freilichtmuseum ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern hat sich darüber hinaus zu einem Kompetenzzentrum für bäuerliche Hausforschung sowie alte Bau- und Bearbeitungstechniken entwickelt. Hier wird sowohl im übertragenen Sinn als auch in praktischer Hinsicht ein bedeutendes kulturelles Erbe an zukünftige Generationen weitergegeben. In Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen Institutionen werden auch Forschungen durchgeführt, wie z.B. zum Schlackenputz an Bauernhausfassaden im Salzburger Flachgau. Ein reger Kontakt und Austausch mit anderen Freilichtmuseen sowie die Teilnahme an Fachtagungen tragen zur internationalen Positionierung bei.

In der Schriftenreihe „Veröffentlichungen des Salzburger Freilichtmuseums“ werden Themen zur ländlichen Kulturgeschichte Salzburgs publiziert. Die Museumsarbeit wird durch eine rund 9000 Bände umfassende Fachbibliothek ergänzt, auch das Fotoarchiv mit 25.000 Bildern dokumentiert bäuerliche Alltagsgeschichte Salzburgs.

Veröffentlichungen des Salzburger Freilichtmuseums

Bestellungen nimmt das Salzburger Freilichtmuseum entgegen salzburger@freilichtmuseum.com

Band 1

Kurt Conrad, Führer durch das Salzburger Freilichtmuseum. 1. Auflage, 1984

Preis: Vergriffen

Band 2

Kurt Conrad, Führer durch das Salzburger Freilichtmuseum. 2. Auflage, 1988, 3. Auflage 1994, 4. Auflage 1999.

Preis: Vergriffen

Band 3

Monika Gaurek, Das Mesnerhaus aus Bergheim. Ländliches Schulwesen in Salzburg. Eine kulturhistorische Untersuchung über ein Haus und seine Bewohner. Großgmain 1996.

Preis: 5,00 EURO

Band 4

Kurzführer durch das Salzburger Freilichtmuseum. 1. Auflage 1996, 2. Auflage 2000, 3. Auflage 2002.

Preis: Vergriffen

Band 5

Hubert Herbst, Heustadel im Lande Salzburg. 2000.

Preis: Vergriffen

Band 6

Michael Becker und Monika Gaurek, Das Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain. 2002.

Preis: 5,00 EURO

Band 7

Angelika Stötzer, Monika Brunner-Gaurek, Das „Gesicht“ des Hauses. Bauernhäuser mit Schlackenputzverzierungen im Salzburger Flachgau. 2006.

Preis: 10,00 EURO

Band 8

Franz Mittermüller, Das Rauchhaus Eder aus Köstendorf/Helming. Eine kulturgeschichtliche Besonderheit des Salzburger Flachgaues. 2006.

Preis: 2,50 EURO

Band 9

Petra Aster, Das Austraghaus des Steger- oder Wörndlgutes aus Thalgau/Unterdorf. Eine hauskundliche und historische Untersuchung. 2006.

Preis: 2,50 EURO

Band 10

Andrea Großschädl, Der Neumannhof aus Göriach im Salzburger Freilichtmuseum. 2006.

Preis: 2,50 EURO

Band 11

Hubert Herbst, Kalkbrennen im Lande Salzburg. 2006.

Preis: 5,00 EURO

Band 12

Sigrid Stadler, Das Schmiedhaus aus Berndorf/Reit. 2007.

Preis: 2,50 EURO

Band 13

Klaus Pfeifer und Monika Brunner-Gaurek, Der Hauserlstadel vom Fanningberg/Mauterndorf. Eine dendrochronologische und bauhistorische Untersuchung des ältesten Gebäudes im Salzburger Freilichtmuseum. 2007.

Preis: 2,50 EURO

Band 14

Franz Mittermüller, Der Knotzingerhof aus Lamprechtshausen. 2008.

Preis: 2,50 EURO

Band 15

Sigrid Stadler, Das Bauernpeterhaus aus Nußdorf am Haunsberg. 2009.

Preis: 2,50 EURO

Band 16

Heinz Klackl, Guido Müller und Harald Waitzbauer: Das E-Werk aus Fürstenbrunn. Ein Zeuge ländlicher Elektrizitätsgeschichte. 2009.

Preis: 2,50 EURO

Band 17

Gunter Mackinger und Harald Waitzbauer, Wald-, Feld- und Industriebahnen im Land Salzburg. 2010.

Preis: 5,00 EURO

Band 18

Michael Becker und Monika Brunner-Gaurek: Führer durch das Salzburger Freilichtmuseum. 2011.

Preis: 5,90 EURO

Band 19

Michael Becker und Monika Brunner-Gaurek: The Salzburg Open Air Museum Guide. 2012.

Preis: 4,90 EURO

Band 20

Guido Müller: Die Salzburger sind ein munteres Volk... Der Ländliche Raum Salzburgs und dessen Bewohner in früherer Zeit (1784-1895), aus Schilderungen von Zeitgenossen aus Nah und Fern. 2013.

Preis: 8,00 EURO

Band 21

Monika Brunner-Gaurek: Der Taxbauernhof von Buchberg bei Bischofshofen - mit der Ausstellung "Dienstboten im Land Salzburg" im Salzburger Freilichtmuseum. 2014.

Preis: 2,50 EURO

Band 22

Manfred Omahna, Monika Brunner-Gaurek: Der Sillhof aus Adnet/Waidach im Salzburger Freilichtmuseum. 2015.

Preis: 5,00 EURO

Band 24

Andrea Bleyer: Das Bachhäusl - eine Pinzgauer Sölde aus Zell am See/Thumersbach im Salzburger Freilichtmuseum. Großgmain 2017. 

Preis: 5,00 EURO

Band 25

Monika Brunner Gaurek und Harald Waitzbauer (Hg.): Die Rainerkeusche. Ein mittelalterliches Kleinbauernhaus aus dem Lungau. Großgmain 2018.

Preis: 14,90 EURO

Youtube-Kanal

Sehen Sie hier YouTube Videos vom Salzburger Freilichtmuseum!

Virtual Tour

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Webcam

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