Der Eisschrank

Eiskasten

Laut Duden schlicht ein „früher zum Kühlhalten verwendeter schrankartiger Behälter mit isolierenden Wänden und einer Eisfüllung in blockartiger Stangenform“. Dass Lebensmittel länger haltbar sind, wenn sie gekühlt aufbewahrt werden, ist keine neue Erfahrung. Nischen oder Keller in den Häusern, Tongefäße, Fässer, sogar Erdhöhlen oder Gewässer außerhalb des Hauses boten Kühlung. Später wurde zusätzlich Eis in Stangen oder Blöcken als Kühlmittel verwendet. Eis lieferte der Eismann, „geerntet“ während des Winters als Natureis aus zugefrorenen Seen, gelagert in Eiskellern. In die Küchen zunächst großbürgerlicher, wohlhabender Haushalte zogen um 1900 Eisschränke ein – Holzkisten, bald darauf Schränke aus Holz. Mit einem Innenleben aus Metall (Zinn oder Zinkblech), aufgeteilt in Fächer oder Abteile für Eis bzw. Speisen, isoliert z.B. mit Sägespänen.

Der Eisschrank auf dem Foto war ein in Österreich und Deutschland weit verbreitetes Modell. Der kastenförmige Aufbau hat zwei Türen und steht auf gedrechselten Füßen. In der Mitte unten ein Auslaufhahn für das Schmelzwasser. Sogar einen Butterkühler mit aufklappbarem Deckel gibt es. Getrennt vom Kühlgut befindet sich in der Mitte der „Kühlraum“ für das Eis. So wurde ein Kontakt mit den Speisen und eine Ansammlung von Kondenswasser vermieden. Belüftung ist möglich über kleine runde Metalleinsätze mit integriertem Netz in der Tür. Gesichert ist das Ganze durch ein in die Tür eingebautes Schloss.

Nicht mehr wegzudenken ist heute der „Kühlschrank“ aus unserer Küche. Dieser verbreitete sich in den europäischen Haushalten jedoch erst seit den 1950er Jahren. Dank des Kühlschranks reicht es, einmal wöchentlich einen Großeinkauf zu tätigen. Mundschutz nicht vergessen!

Ein Eisschrank ist im Salzburger Freilichtmuseum im Schmiedhaus aus Berndorf zu sehen. Trotz vorhandener Elektrifizierung wurde er in der ursprünglichen Form noch in den 1940er Jahren genutzt.

 

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