Bettschere

Bettschere

Im Bett – schlafen anno dazumal

Über Jahrhunderte war es keine Selbstverständlichkeit, dass jeder sein eigenes Bett besaß. Privatsphäre in einer Schlafkammer genossen nur wenige, Schlafplätze der Bediensteten befanden sich oft in der Nähe der Arbeitsstelle, im Stall, in der Küche, unter einer Treppe oder gar nur auf dem Boden auf einem Stroh- oder Laubsack. Gerade Kinder schliefen sehr oft einfach am Heuboden, wenn sie der Wiege oder dem Bett der Eltern entwachsen waren. Eine Bettstatt diente zwei bis drei Personen gleichzeitig, in den Schlafkammern standen neben einer Truhe, einer Kommode oder einem Kasten so viele Betten wie möglich.

Die sozialen Verhältnisse spiegelten auch stets die Wohnverhältnisse wider.

Die Grundausstattung eines Bettes eines wohlhabenderen Bauern im 19. Jahrhundert bestand aus der „Matratze“, einem Leinensack mit Laub-, Stroh- oder Rosshaarfüllung, darauf ein Unterbett mit Hafer- oder Dinkelspreu. Dieses wurde mit einem Leintuch bedeckt. Zugedeckt war der Schläfer, die Schläferin mit einer einfachen Decke, eingeschlagen in ein weiteres Leintuch. Je nach Witterung und Jahreszeit kam obenauf noch ein Oberbett, die Tuchent – ein schweres, voluminöses Teil, das ebenso wie diverse Polster mit Hühner- oder Gänsefedern gefüllt war. Alles wurde übereinandergelegt, eingeschlagen und je nach Witterung und Jahreszeit ergänzt.

Damit weder der Decken- und Polsteraufbau noch die schlafenden kleinen und großen Menschen aus dem Bett fielen, wurde eine Bettschere verwendet. Sie steckte zwischen Bettkante und Matratze und hielt alles im Bett Befindliche an Ort und Stelle.

Die Bettschere oder „Bettschaa“ ist ein scherenförmiges Objekt, das aus zwei, manchmal drei länglichen Hölzern besteht, die einem Zirkel ähnlich an einem Ende verbunden sind. Auseinandergespreizt ergibt sich ein V, das auf den Kopf gestellt eine Sperre an der Bettzarge bildet.

In der Schönkammer des Bamerhofes PI 11 zeigt das Freilichtmuseum ein schlichtes Exemplar. Es gibt Bettscheren auch aufwändig gearbeitet, beschnitzt, bemalt und personalisiert. Leider nicht in unserer Sammlung.

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