Anker Steinbaukasten

Früh übt sich …

… wer ein Baumeister werden will. Und zum Üben bieten sich an: die schon seit den 1880er Jahren vertriebenen „Anker-Steinbaukästen“ der Firma Friedrich Adolph Richter aus Rudolstadt / Thüringen.

Basierend auf den pädagogischen Ideen Friedrich Fröbels entwickelten die Gebrüder Otto (der Luftfahrtpionier) und Gustav Lilienthal 1875 Baukästen mit Mineralbausteinen. Gegenüber den instabileren Holzklötzen überzeugten diese durch ihre „natürliche Haptik“. Das Patent für die Materialzusammensetzung verkauften die Lilienthals an Friedrich Richter, der in Zusammenarbeit mit Künstlern, Illustratoren und Architekten die Baukästen gestalterisch und inhaltlich weiterentwickelte und erfolgreich weltweit vermarktete. Mehrsprachige Werbung und „Bauvorlagenhefte“ zeugen von der Internationalität und geben zugleich Einblick in die Gedanken und Ziele des Unternehmers.

„Die Anker-Steinbaukasten eignen sich in Verbindung mit den Anker-Brückenkasten für die Aspiranten aller Fakultäten, und da man bei Kindern von fünf Jahren doch noch nicht weiß, welchem Fach sie sich später widmen werden, die Eltern aber das Beste hoffen, so sollten sie auch dem Symbol der Hoffnung, der Schutzmarke Anker, folgen und sich sagen: es darf keiner unter unseren Jungen (!) ohne einen Anker-Steinbaukasten und Anker-Brückenkasten groß werden.“ – wobei hier selbstverständlich nur die „echten“ Anker-Kästen gemeint sind!

Kopien dieses „wissenschaftlich durchgearbeiteten Spiel- und Beschäftigungsmittel“ gab es demnach genug. Hierzu gehören auch die „Salzburger Bausteine“, die vom „Gartenauer Betonwerk“, der heutigen Firma Leube, nach dem zweiten Weltkrieg gefertigt wurden. Im Salzburger wie im Anker Steinbaukasten finden sich verschieden große Quader, Würfel, Pyramiden und Zylinder in den Farben rot, gelb-beige und grau-blau, entsprechend den Baumaterialien Ziegel, Sandstein und Schiefer, mit denen Gebäude und Brücken gestaltet werden können. Neben Bauanleitungen in Heftform existieren Hartfaserplatten mit Konstruktionsvorschlägen.

In der Sammlung des Freilichtmuseums befinden sich sowohl Original als auch Kopie.

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