Schindelmachen

Schindelmachen

Schindelmachen auf der Grieswiesalm in Rauris

Auf dem Foto sieht man einen jungen Mann, der auf einer „Hoanzlbank“ mit einem Reifmesser Schindeln fertig stellt.

Schindeln waren auf der Alm aber auch auf Bauernhöfen und Stadeln über Jahrhunderte das Dachdeckungsmaterial Nummer eins. Salzburg hat ein geringes Lehmvorkommen, deshalb hatten sich Tonziegel nie durchgesetzt. Holz war hingegen überall genug vorhanden und konnte leicht selbst verarbeitet werden.

Bevor man die Schindeln so verarbeiten konnte wie hier am Foto, mussten sie nach dem Scheit gespalten werden. Der Schindelstock (das Stück eines Baumstammes) wurde auf den Boden gestellt, mit der Hacke - meist unter Zuhilfenahme einer zweiten - halbiert und je nach Stärke weiter in 4 bis 6 handliche Teile gespalten. Anschließend trieb der Schindelmacher das Schindelmesser nach Augenmaß 2-3 cm von der letzten Spaltfläche vorsichtig ein Stückchen ins Hirnholz und hilft dabei mit einem hölzernen Schlägel etwas nach. Um gute Schindeln zu erhalten musste behutsam „gekloben“ werden. Abschließend wurden die Schindeln mit dem Riefmesser „zugeputzt“, wie man auf dem Foto sieht. Schindeln aus Lärchenholz gelten als die Haltbarsten.

 

Das Foto hat der Salzburger Fotograf Bruno Kerschner im August 1937 auf der Grieswiesalm in Rauris gemacht.

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